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Die Geschichte des Bettes

30.12.2016 von Frank Chudoba
copyright Curt Cauer GmbH

Seit der Mensch auf dieser Erde wandelt, gibt es auch schon eine Liegestatt. Wenn man davon ausgeht, dass das Bett genau wie der Stuhl und der Tisch zu den wichtigsten Möbeltypen zählt, so ist es eigentlich recht erstaunlich, wie wenig von der geschichtlichen Entwicklung des Bettes und seinem Innenleben, sprich Bettboden, bekannt ist. 
Bedeutungsvolles und Interessantes gibt es über die äußeren Erscheinungsformen zu berichten (wobei hier bis in die neuere Zeit mehr oder weniger die Phantasie die Optik bestimmte). jedoch wenig von den inneren Nutzwerten. Es ist äußerst schwierig, einschlägige Literatur zu finden, die sich mit der speziellen und kontinuierlichen Entwicklung der Unterfederung beschäftigt. Die Geschichte des Bettbodens hängt aber mit der Geschichte des Bettes selbst zusammen, da beide gleichzeitig die Entwicklung durchgemacht haben. 

Das Bett hat sich erst im Laufe der Zeit zu seiner heutigen Form entwickelt. Es hat Vergangenheit und Tradition und ist ein Stück menschliche Kulturgeschichte. Es hat nicht nur seine Geschichte, sondern auch seine Geschichten, denn immerhin ist es schon über 4000 Jahre alt. 
Nach den ersten Unterlagen der Geschichte schliefen die Menschen nach der Sintflut zunächst auf dem Erdreich, die Schlafgrube war Ruhestätte für Mensch und Tier. Hier waren Bett und Bettboden noch eins. Wo der Körper eine Vertiefung brauchte, wurde das Erdreich weggedrückt, und dort, wo einzelne Körperpartien eine erhöhte Lage brauchten, blieb die Form im Sand erhaben. Weil der Sand die Körperformen perfekt annahm, behielt das Rückgrat im Liegen seine natürliche Form. Leider ist das Schlafen im Sand nicht ideal - sonst gäbe es heute bestimmt schon Sandbetten -, da der Schläfer seine Lage in einer Nacht bis zu 60 mal verändert. Das Sandbett müsste also immer wieder umgeformt werden. Die nötige Ruhe fände man bei dieser Beschäftigung sicherlich nicht. 
Etwas später genügte den Menschen als Schlafunterlage ein Haufen Reisig oder Gras bzw. Moos in Höhlen und Hütten. Heute sind damit nur noch die Stämme der dritten Welt zufrieden. Aber immerhin erlaubten diese natürlichen Werkstoffe dem Menschen bereits, sich bewusst oder unbewusst körpergerecht zu lagern. Zum anderen waren diese Materialien wegen der Reinhaltung schnell auszuwechseln. 

Um sich vor Kälte, Ungeziefer und Nässe zu schützen, wurde die Lagerstatt dann eines Tages vom Boden abgehoben. Es entstand ein Gestell. dem man die Dimension eines Rechteckes gegeben hatte. Sicherlich waren es zunächst nur wenige Menschen, die sich durch ein solches Gestell dem Range nach über die anderen Menschen erheben wollten. 
Aus der Zeit etwa 2500 Jahre vor Christi ist bekannt, dass die damaligen Hochkulturen in Ägypten bereits solche Betten besessen haben. Das gemeine Volk schlief zwar immer noch in Kuhlen im Wüstensand, aber die Reichen kannten bereits das Bett als selbständiges Möbelstück. Diese Ruhelager standen auf Sockeln und hatten eine kastenförmige Form. Sie waren teilweise so hoch, dass man nur über Stufen hineinklettern konnte. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Kopfstützen. Sie hatten eine gabelförmige Form und wurden von Männern und Frauen benutzt, um die komplizierten Frisuren über Nacht hinweg zu retten. 
In der Geschichtsschreibung taucht das Wort »Bett« zum ersten Mal im Alten Testament im 49. Kapitel des Buches Moses auf. Dort steht: »und Jakob tat zusammen seine Füße aufs Bett und verschied.« 
In den Jahren um 1500 - 300 Jahre vor Christi wandelten sich die Betten. In Ägypten wurden sie prunkvoller und hatten vergoldete oder versilberte Verzierungen. Die nunmehr schon bequemeren Betten bestanden aus Holzgerüsten mit einem halbmondförmigen Kopfgestell und ruhten auf vier Füßen. Diese zeigten Symbolfiguren, z.T. tierische Tatzenformen, die den Schlafenden vor bösen Geistern schützen sollten. 
Bereits schon zu dieser Zeit müssen Phantasie und Erfindergeist eine Unterfederung des Bettes aufkommen haben lassen, denn das Lager dieser Betten wurde aus geflochtenen Pflanzenfasern. Leinengeflecht oder ähnlichem elastischen Flechtwerk gefertigt und in den Holzrahmen eingespannt. Daraus kann entnommen werden, dass schon damals Problemlösungen hinsichtlich einer passenden Unterfederung gesucht wurden. 
Im Grab des Pharaos Tut-Ench-Amun wurden erst vor ca. 60 Jahren mehrere Betten entdeckt. Eines davon bestand aus reinem Ebenholz, hatte Löwenfüße und war mit Blattgold überzogen. Das Fußteil war mit Schutzgottheiten des damaligen Lebens in Gold, Elfenbein und Ebenholz verziert. In dem Bett befand sich ebenfalls ein Flechtwerk, welches als Bettboden diente. 
Bei den Griechen und Römern war das Bett nicht nur Nachtlager, sondern auch Speisesofa. Das auf vier oder sechs Füßen ruhende Gestell bestand aus Holz oder Bronze und war mit einer Kopf- und vielfach auch einer Fußstütze ausgestattet. Als Bettboden dienten Gurte, worauf Felle. Wolldecken, Leinentücher und Kopfpolster lagen. Diese Völker kannten auch bereits das erste zweischläfrige Bett. insgesamt unterschieden sich aber die Ruhestätten beider Völker zu dieser Zeit nicht wesentlich voneinander. Als Bettboden dienten Rosshaarmatratzen. 
In Nord- und Mitteleuropa wurde das Bett erst viel später bekannt. Den Kelten und Germanen dienten bis ins frühe Mittelalter Felle und Decken, die auf dem Boden oder auf Bänken ausgebreitet waren, als Lager. 
Einfache Brettergerüste als Betten sind seit etwa dem Jahre 800 n. Christi bekannt. In Niederdeutschland bürgerte sich der fest in den Raum eingebaute Bettverschlag (Butze) ein. Aus diesen Formen entwickelte sich wahrscheinlich in Anlehnung an die damals schon bekannte Truhe das Kastenbett, welches man mit weichen Materialien wie Moos oder ähnlichem füllte, um warm und weich schlafen zu können. Etwas später kamen die Strohsäcke auf, die in weiten Teilen Europas als Bettboden dienten. Das Federbett in Form von Bettdecken und Kopfkissen wurde bekannt. Da diese noch sehr mächtig waren, schliefen die Menschen in einer steilen aufgerichteten Position des Oberkörpers. Als Folge davon ging die Entwicklung mit dem Sitzbett mit hochgezogenem Rückenteil weiter. Im 9.-13. Jahrhundert gab es einen neuen Fortschritt - das Himmelbett kam in Mode. Der Baldachin zur Befestigung von Behängen war die logische Folge der Entwicklung. Er sollte ursprünglich die Schläfer gegen Ungeziefer schützen, welches sich an den Zimmerdecken ansiedelte. Später diente er zur Abschirmung, da viele Menschen in einem Raum schliefen. 
Das Himmelbett kam aus Italien und war bald auch in Deutschland bekannt. Es bestand aus vier Vierkantpfosten, eingesetzten Seitenladen und dem Baldachin. Die Ausstattung entsprach verkleinerten Bauwerken, die wir heute gültige Architektur spiegelte sich in diesen Betten wieder, und so finden wir hier z. B. sowohl gotischen wie auch romanischen Stil. Viele dieser Betten sind liebevoll mit Schnitzereien verziert. In der Barockzeit etwa um das 17. Jahrhundert folgt dem Himmelbett das Paradebett. Dieses bestand aus einem auf Füßen ruhenden Polsterbett mit einem zeltförmigen, nach vorne offenen Stoffbaldachin aus Brokat und Seide. Das Bett wurde zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt. 
Frankreich wird zu einer europäischen Bettenhochburg. Dort kannte man bereits zu dieser Zeit 69 verschiedene Bett-Typen mit Tüchern, mit Himmel und Baldachin, mit Spiegeln und Seitenverhängen und sogar mit eigener Toilette. Frankreichs berühmtester Herrscher Louis XIV. war ein Betten-Anbeter. Sein üppig ausgestatteter Liegetempel - ein Himmelbett - ist heute in Versailles zu bewundern. Er besaß aber noch 412 andere Betten. 
Das 18. Jahrhundert wurde zum Höhepunkt der Bettkultur. Spiegelbetten und andere raffinierte Abarten bewiesen dies. Ludwig der II. von Bayern machte diesen Betten-Pomp in Deutschland mit. Er trieb es sogar auf die Spitze, denn in Schloß Neuschwanstein steht ein Bett in Form einer Kathedrale. Es soll eine Million Mark gekostet haben. 
Die französische Revolution beendete die Epoche der prunkvollen Betten. Da schon in vorangegangenen Zeiten die beschriebenen Betten nur reichen Menschen vorbehalten waren, nahm die Bevölkerung nur sehr bescheiden ausgestattete Betten. Dieses war in der Regel das Kastenbett, wodurch das solide Kastenbett des Mittelalters wieder zu Ehren kommt. Der Bettboden bildete mit der Matratze eine Einheit, man nannte dies »Kastenmatratzen«. Sie wurden handwerklich hergestellt, waren schwer, unhandlich und unhygienisch. 
Im 19. Jahrhundert wendete man sich mit zunehmendem Anspruch auf Hygiene und Sauberkeit von der alten Bettkultur ab. Die reich verzierten Betten der letzten Jahrhunderte werden vom Metallbett abgelöst. Damit wurde außerdem für viele Menschen eine solide und preiswerte Bettstatt gefunden. Das Metallbett wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum Verkaufsschlager vor allem weil es Wanzen und Läusen keinen Unterschlupf mehr bot. Der Jugendstil förderte noch das Metallbett, welches sowohl in sehr kostbaren wie auch in einfacheren Ausführungen zu finden war. In südlichen Ländern findet man es heute noch vielfach bei Urlaubsreisen. Aber auch bei uns ist es als Massenbett z.B. in Kasernen und Gefängnissen, in einer technisch vielfältigen modernen Form auch in Krankenhäusern usw. zu finden. 
Mit dem Metallbett trat beim Bettboden eine Wandlung ein. Die bisher bekannten Bettböden wie Flechtwerk, Schnüre und in Säcke eingenähte Polstermaterialien wurden in eigene Matratzen und Bettboden getrennt, da man erkannt hatte, dass die bisherigen Unterlagen als ziemlich missglückt anzusehen waren. Sie erwiesen sich nach längerem Gebrauch als »Schlafmulden« und waren somit für den gesunden Schlaf ungeeignet. 
Zu dieser Zeit waren fleißige Handwerker Bedacht Bettboden zu fertigen. Jetzt standen allerdings auch andere Materialien wie Drähte, Stahlbänder, Zugfedern, Taillenfedern usw. zur Verfügung. Aus natürlichem Empfinden. handwerklichem Geschick, Sorgfalt im Detail und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen begann man nun, sich dem Thema richtiges Schlafen und somit dem alles entscheidenden Schlafgrund eines Bettes zu widmen. 
Im Jahre 1890 erfolgte die Erfindung des Spiralnetzgewebes durch die Firma Auping in Holland. Auping war ein bekannter Bettenhersteller und Lieferer im Objektbereich. Die Krankenhäuser forderten zu dieser Zeit eine federnde Untermatratze für ihre Patienten, die eine Belastung von täglich 24 Stunden aushalten und die hygienisch sowie leicht zu handhaben sein musste. Auping erfand das Flechten von Spiralfedern zu Maschen. So entstand das Spiralnetzgewebe, welches damals längs in einen Rahmen eingespannt wurde. 
Etwa zur gleichen Zeit entwickelte die Firma Wilhelm Berg in Altena einen Bettboden, aus Metall, die sogenannten »Gegendruckmatratzen«. Sie bestanden aus einem engmaschigen Kettennetz, zwei Reihen Längszugfedern und mehreren Gegendruckbügeln. Sie waren besonders für Vollpolstermatratzen (Kapok, Rosshaar usw.) geeignet und federten weich durch. 

Mit dem Aufkommen der Federkernmatratzen jedoch verschwanden diese Bettboden allmählich, weil die Matratzen eine härtere Unterfederung benötigten. So entstanden ebenfalls von der Firma Berg etwa in den Jahren 1920-1925 die Bettboden aus Kegel- oder Taillenfedern. Sie waren für alle Arten von Polsterungen einzusetzen, und auch für Federkernmatratzen gab es zur damaligen Zeit keine besseren Unterlagen. Alle die beschriebenen Materialien wurden sauber zusammengeführt, wobei ein Netzwerk entstand, das sowohl in der Längs- wie auch der Querverspannung in der Lage war, dem ruhenden Körper Anpassungsfähigkeit zu bieten. 
Etwa im Jahre 1930 wurde der erste Holzrahmen mit einer Spiralnetzunterfederung von der Firma Berg entwickelt, der für Federkernmatratzen schon gut geeignet war. Nach dem letzten Weltkrieg, etwa im Jahre 1950, kamen die ersten Ganzstahlbettboden auf, weil man die Winkeleisenrahmen der Metallbetten aus Gründen der Materialersparnis aus einem leichteren Vierkantprofil gefertigt hatte. Dieses Profil wurde dann auch für Einlegerahmen mit verschiedenartiger Federung verwendet. Die Bettboden wurden für Schaumstoff- und Federkernmatratzen eingesetzt. 

Die damals auch schon anspruchsvollen Unterfederungen wurden allerdings in vielen Bereichen durch minderwertiges Material in ihrer Gebrauchstüchtigkeit herabgesetzt. Somit wurde es zwingend notwendig, besonders nach den neueren medizinischen Erkenntnissen, den Bettboden in einer anderen Wertigkeit zu sehen. Dabei kam bei manchem Hersteller und Schlafforscher wieder das Holz als Element für einen Bettboden ins Gespräch. Man stellte fest, dass Personen mit Rückenschmerzen eine Linderung ihrer Beschwerden erfuhren, wenn sie ein hartes Brett unter die Matratze legten. Dass ein Brett jedoch nicht die ideale Unterlage ist, wurde an anderer Stelle bereits beschrieben. Die Erfahrungen mit dem Brett waren jedoch der Beginn einer Entwicklung in Richtung auf den Lattenrost. Zunächst war die Folge davon, dass man das Brett durch mehrere Holzlatten ersetzte, die jeweils an der Innenseite flexibel gelagert wurden. Solche Lattenroste kamen erstmals 1956 von der Firma Lattoflex auf den Markt, die hier wirklich Pionierarbeit geleistet hat. Bei den ersten Holzlattenrosten wurden Latten verschiedener Dimensionen und verschiedener Anordnungen längs oder quer angebracht, obwohl Längslatten zwangsläufig ausgerechnet in der Körpermitte durchhängen. 
Hier setzt eine recht spektakuläre Entwicklung ein, die offensichtlich noch nicht ihren Abschluss gefunden hat. Es ist zu beobachten, dass sich ein großer Teil der Hersteller nur auf die Federholzleiste stützt, während ein geringer Teil der Hersteller an Weiterentwicklungen arbeitet, weil die Federholzleiste alleine nicht für einen guten Bettboden entscheidend seih kann; sondern ein guter Bettboden als ein Instrumentarium vieler Komponenten - auf die wir noch zu sprechen kommen - gesehen werden muss. Es wird deshalb von führenden Firmen des In- und Auslandes weiter versucht werden, mit neuen Werkstoffen und Technologien einen noch besseren, noch idealeren Bettboden zu schaffen, um nach neuesten Erkenntnissen von Ärzten und Schlafwissenschaftlern unseren Mitmenschen im Sinne der Volksgesundheit zu dienen. In diese Richtung zielt immer mehr das »Bettsystem«, denn Bettboden und Matratze können nicht mehr länger als zwei getrennte Elemente angesehen werden. An dem perfekten Schlafsystem wird in langen Versuchsreihen immer weiter gearbeitet werden. 


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